In einer Chemieanlage soll ein Behälter getauscht werden. Die Anlage läuft seit 25 Jahren, die Zeichnungen sind genauso alt. Seitdem wurden Leitungen umgelegt, Pumpen versetzt und eine Bühne ergänzt, in den Unterlagen steht davon wenig. Also fährt vor der Planung jemand hin und misst neu.
So beginnen die meisten Umbauten im Bestand, die uns in Gesprächen beschrieben wurden. Der teure Schritt dabei ist heute die Auswertung des Scans. Das Erfassen selbst ist in den letzten Jahren schnell und günstig geworden.
Die Anlage ändert sich in kleinen Schritten Jede Anlage wird laufend angepasst. Ein Ventil wird ersetzt, eine Leitung bekommt einen Abzweig, ein Aggregat zieht zwei Meter weiter. Jede dieser Änderungen ist für sich klein, und keine rechtfertigt eine neue Dokumentation.
Nachgeführt wird erst bei einem Großprojekt, wenn ohnehin gescannt wird. Danach beginnt die Lücke von vorn.
Die Anlage ändert sich laufend. Die Dokumentation zieht nur bei Großprojekten nach. Deshalb wird vor jedem Umbau neu gemessen Wer einen Umbau plant, verlässt sich deshalb selten auf die Bestandspläne. Vor Ort wird von Hand aufgemaßt oder gescannt. Was dabei fehlt, fällt oft erst spät auf. In einem Fall aus unseren Gesprächen zeigte erst der Scan, dass neue Bauteile nicht unter eine bestehende Bühne passten. Der Boden musste tiefer gelegt werden.
Scannen ist schnell geworden Vor zwölf Jahren dauerte ein Scanstandpunkt rund acht Minuten. Mit heutigen Geräten sind es 21 Sekunden. Ein Scan-Team nimmt einen Anlagenbereich damit an einem Tag auf.
Dauer eines Scanstandpunkts, vor zwölf Jahren und heute. Die Auswertung dauert so lange wie früher Der Scanner liefert eine Punktwolke, also Millionen Punkte mit Koordinaten und Farbe. Welche Punkte zu einer Rohrleitung gehören, welche Nennweite sie hat und wo ein Flansch sitzt, muss ein Zeichner von Hand herausarbeiten.
Scan-Dienstleister nennen uns dafür immer wieder dasselbe Verhältnis. Auf einen Tag Scan kommen rund zehn Tage Modellierung.
Auf einen Tag Scan kommen rund zehn Tage Modellierung von Hand. Darum lohnt sich das Nachführen selten Ein Betreiber hat sich ein Angebot für die Dokumentation eines Standorts mit 20.000 m² eingeholt. Es lag bei 240.000 Euro, also rund 12 Euro je Quadratmeter. Er hat abgelehnt.
Auch öffentliche Preislisten zeigen, wo das Geld steckt. Schon bei Gebäuden kostet das 3D-Modell mehr als das Dreifache der reinen Punktwolke. Das Angebot für den Industriestandort lag mit 12 Euro je Quadratmeter fast viermal so hoch.
Für die einzelne Änderung geht die Rechnung damit selten auf. Wer eine Pumpe tauscht, bezahlt kein Modell des ganzen Gebäudes. So bleibt die Dokumentation veraltet, und vor dem nächsten Umbau wird wieder gemessen.
Was daraus folgt Wer den Bestand aktuell halten will, muss die Auswertung günstiger machen. Am Scanner liegt es nicht mehr. Wie das gelingen kann, zeigen wir in einem weiteren Beitrag.
Zahlen und Herkunft Zahl Wert Herkunft Dauer eines Scanstandpunkts 8 min vor 12 Jahren, 21 s heute eigene Angabe Scan zu Modellierung 1 Tag zu ca. 10 Tagen Gespräche mit Scan-Dienstleistern, 2026 Angebot Standortdokumentation 240.000 € für 20.000 m², ca. 12 €/m² Gespräch mit einem Betreiber, 2026 Öffentliche Festpreise, Gebäude Punktwolke ab 0,85 €/m², CAD-Plan ab 1,70 €/m², 3D-Modell ab 3,10 €/m² öffentliche Preisliste eines Vermessungsbüros (AT)